Organisatorisches Segelreisen

Wir sind ein Segelreisenunternehmen - unsere Reisen sind Segeltörns und keine Fahrten auf einem Kreuzfahrtschiff.

Auf einem Segeltörn bist du als Crewmitglied Bestandteil der Mannschaft mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten. Du bist kein passiver Zuschauer, sondern ein aktiver Mitarbeiter und auch als Neuling erwarten wir von dir, dass du bereit bist, gewisse Aufgaben selbstständig zu übernehmen oder anderen zur Hand zu gehen.

Das bedeutet insbesondere:

  • das Schiff wird nur segeln, wenn die Crew (der Skipper) dafür sorgt!
  • es gibt nur etwas zu essen, wenn die Crew einkauft und kocht (oder essen geht)!
  • das Schiff ist nur aufgeräumt und sauber, wenn die Crew es putzt! 
     

Ein Segeltörn ist immer ein Aktivurlaub, der von der Bereitschaft der Crewmitglieder lebt, etwas zu tun, etwas zu lernen und sich auf die Situation an Bord einzulassen. Der Skipper wird dich dabei natürlich unterstützen und dich je nach Vorkenntnissen auf dem Schiff einsetzen.

Die nötigen Vorkenntnisse der Crewmitglieder sind von Törn zu Törn sehr unterschiedlich. Diese hängen vom Seegebiet, aber auch von der Dauer eines Segeltörns und der Anzahl der Tage und Nächte auf See ab. Bitte lies dir die Törnbeschreibung daher genau durch! Wenn "Keine Vorkenntnisse" auf dem Törn verlangt werden, dann kannst du gern als absoluter Laie an der Reise teilnehmen (irgendwann fängt schließlich jeder mal an) - während Törns "Nur für erfahrene Hochseesegler" für Anfänger überhaupt nicht geeignet sind.

Von einem erfahrenen Hochseesegler erwarten wir, dass Er oder Sie eine Hochseeyacht sicher steuern kann, schon über Nacht gesegelt ist und nicht zuletzt einigermaßen seefest ist.

Solltest du dir unsicher sein, ob deine Vorkenntnisse für den ausgewählten Törn ausreichen, dann lass dich bitte bei uns im Büro oder am Telefon beraten!

Wir haben unsere Törns und deren Ablauf sehr sorgfältig geplant und nach bestem Wissen Pufferzonen eingebaut. Trotzdem kann es passieren, dass gewisse Zielorte verspätet oder gar nicht erreicht werden. Insbesondere bei längeren Törns besteht diese Möglichkeit. Unsere Schiffsführer sind gehalten, nach Möglichkeit den vorgesehenen Zeitplan und die Reiseroute einzuhalten. Im Zweifelsfall gehen jedoch die Sicherheit der Besatzung und des Schiffes vor. Die Entscheidung über den genauen Törnverlauf obliegt dem Schiffsführer.

Die im Törnplan genannten Termine sind der Anreise- bzw. der Abreisetag.
Wir bitten dich, am Anreisetag nicht vor der auf der Bestätigung angegebenen Uhrzeit an Bord zu kommen, da erst dann das Schiff für die neue Crew bereit ist. Auch wenn das Schiff bereits an seinem Liegeplatz liegt, bedeutet das nicht, dass die neuen Gäste schon willkommen sind! Aufräum-, Säuberungs- und Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten sind in den wenigen Stunden vor der Ankunft der nächsten Crew zu erledigen und sicher versteht du, dass jede Person, die zu viel an Bord ist, "auf den Füßen" steht.
Dahingegen ist es unproblematisch, wenn du erst später im Laufe des Abends ankommst. Insbesondere bei Anreise per Flugzeug oder Bahn ist eine stundengenaue Ankunft nicht immer möglich. Mit deiner Buchungsbestätigung erhältst du die Telefonnummer vom Bordhandy, damit du den Schiffsführer bei drastischer Verspätung darüber in Kenntnis setzen kannst.

Am letzten Törntag erfolgt die Abreise bis spätestens zur im Törnplan (und auf deiner Buchungsbestätigung) angegebenen Uhrzeit. Diese wird auf allen Törns in Deutschland am Abend des letzten Segeltages gegen 18.00 Uhr sein und bei Törns im Ausland gegen 9.00 Uhr am Morgen.

Informationen über den vorgesehenen Liegeplatz deiner Yacht erhältst du mit den Reiseunterlagen. Den genauen Liegeplatz teilen wir dir vor Törnbeginn per Mail mit. Alternativ kannst du uns gern am Tag vor Törnbeginn zwischen 16 und 18 Uhr anrufen, um den genauen Liegeplatz zu erfragen. Zusätzlich kannst du diese Information am Anreisetag über das Bordhandy des jeweiligen Schiffsführers einholen.

Wenn du zur Seekrankheit neigst oder noch nicht weißt, ob das so sein wird, solltest du vor Reiseanritt mit uns sprechen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen, aber jeder Mensch reagiert verschieden. Seekrankheit muss aber kein Grund sein, überhaupt nicht auf See zu segeln. 

An- und Abreise

Die An- und Abreise zum Ausgangs- und Endhafen deines Segeltörns sind nicht Gegenstand unseres Vertrages.
Solltest du für die An- und Abreise einen Flug benötigen, empfehlen wir dir unseren langjährigen Partner, die Agentur Yacht Pool Flight Service. Auch in der Bestätigungsmail deiner Törnbuchung findest du einen entsprechenden Link. Dieser Service von uns ist kostenlos und beinhaltet keine Vertragsverpflichtung für dich oder uns. Der Buchungsvertrag kommt ausschließlich zwischen dir und der Agentur zustande!
Bedenke bitte, dass eine Reiseagentur ein Serviceunternehmen ist und nicht immer die preisgünstigste Variante ist, du dich dafür aber um (fast) nichts selbst kümmern musst!
Selbstverständlich kannst du deine Flüge oder Bahnkarten auch im Internet oder in deinem Reisebüro selbst buchen. Die An- und Abreisedaten sowie Orte entnimmst du bitte den Anfahrtsbeschreibung in der Buchungsbestätigung. Bei Fragen zu Daten und Orten vor der Buchung wende dich gern an uns.

Papiere und Versicherungen

Normalerweise reicht ein Personalausweis für das Reisen in europäischen Ländern aus. Für die Einreise nach Großbritannien und auch in der Karibik ist ein Reisepass erforderlich, der mindestens noch sechs Monate gültig ist! Ein Visum wird nicht benötigt, aber für Großbritannien ist eine Einreiseerklärung im Internet nötig.
Zoll- und Devisenbestimmungen, Landesgesetze und regionale Vorschriften sind einzuhalten. Bei Nichtbeachtung haftet der Betroffene, nicht der Veranstalter!


Mittlerweile ist die Kartenzahlung in fast allen europäischen Ländern das bevorzugte Zahlungsmittel. In den skandinavischen Ländern wird kaum noch Bargeld angenommen.
In der Karibik werden die meisten Kreditkarten akzeptiert bzw. in den zu Europa gehörenden Inseln auch EC-Karten. Auf den übrigen Inseln wie z. B. St. Lucia oder den Grenadines bezahlt man am besten mit US Dollar bzw. EC Dollar.

Unsere Empfehlung deshalb:

  • Bargeld - nur ein wenig, um für die Anreise und die ersten 1-2 Tage gerüstet zu sein
  • EC-Karte - eine gute Wahl, um am Bankautomaten Geld abzuheben
  • Kreditkarte - wird zum Bezahlen fast überall akzeptiert, auch mit ihr kann man Bargeld erhalten.


Empfehlenswert ist - bei Törns, die ins Ausland führen - der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung. Bei einer bestehenden privaten Krankenversicherung ist die krankheitsbedingte Behandlung im Ausland evtl. enthalten. Bitte überprüfe das vorab und nimm auf jeden Fall einen Nachweis über bestehende Versicherungen mit auf die Reise.
Der Veranstalter haftet nicht für während des Törns abhandengekommene Gegenstände, Wertsachen oder Bargeld. Du solltest für solche Fälle evtl. eine Reisegepäckversicherung abschließen.
Eine Reiserücktrittsversicherung tritt für die Stornokosten im dem Fall ein, dass du aus bestimmten Gründen verhindert bist, den gebuchten Segeltörn anzutreten.

Bordkasse

Zur Bordkasse gehören Kosten für Verpflegung, Liegeplatzgebühren, Treibstoff und die Endreinigung.
In unseren Törnpreisen sind diese Kosten nicht enthalten, müssen also von der jeweiligen Crew zusätzlich aufgebracht werden. Das ist leider nicht anders machbar, da die Kosten nicht nur von Schiff zu Schiff unterschiedlich sind, sondern darüber hinaus von vielen "unkalkulierbaren" Faktoren wie den Menschen an Bord (wer isst was und wie viel?), den Segelwünschen der Crew, den angelaufenen Häfen und Liegeplätzen, dem Wetter und nicht zuletzt auch von dem Seegebiet abhängen. Hier mit einem pauschalen Festbetrag zu arbeiten, wäre für alle Beteiligten ungerecht, denn der Veranstalter müsste - um alle Kosten abdecken zu können - mit einem relativ hohen Betrag rechnen, was wiederum für die einzelne Crew unrealistisch sein könnte.
Daher hat jede Crew die Möglichkeit, über das Führen der Bordkasse individuell die entstehenden Nebenkosten zu beeinflussen.
Aus unserer Erfahrung heraus sollten du mit Nebenkosten (Bordkasse) von ca. 200 - 300,- € pro Person/Woche rechnen.
Wenn eine Crew jedoch regelmäßig im Restaurant essen geht und die Restaurantbesuche jeder selbst bezahlt, dann kommt die Bordkasse auch mit etwas weniger Geld aus.
Der Skipper wird an Bord obligatorisch von der Crew mitverpflegt. Ob sie ihn auch an Land im Restaurant zum Essen "einlädt", bleibt der Crew überlassen.

Die Treibstoffkosten sind ein sehr sensibler Kostenfaktor. Abhängig von den gefahrenen Motorstunden ist natürlich der Verbrauch sehr unterschiedlich. Er liegt bei einem durchschnittlichen (!) einwöchigen Segeltörn mit passablen Winden bei ca. 80 Litern. Die Preise hierfür sind gerade in der vergangenen Zeit unaufhörlich gestiegen, so dass eine genaue Aussage nicht möglich ist, was das Tanken nun wirklich kosten wird.
Die Yacht muss am Ende eines jeden Törns in einem innen und außen gereinigten Zustand hinterlassen werden. Das kann die Crew selbst tun, dann entstehen keine Kosten. Allerdings muss der erforderlich Zeitaufwand berücksichtigt werden. In einigen Häfen ist es möglich, eine Putztruppe kommen zu lassen, die natürlich bezahlt werden muss. Hier kann man erfahrungsgemäß mit Kosten von 100 - 150,- € pro Schiff rechnen.

Gepäck / Bekleidung

Der Stauraum an Bord einer noch so großen Segelyacht ist immer begrenzt. Bei allem, was du einpacken möchtest, orientiere dich an der Parole: Zweckmäßig muss es sein!

Alles, was du NICHT mitbringen solltest: Koffer und Schlafsäcke, Schmuck, Stöckelschuhe und Bergschuhe.

Dafür benötigst du auf jeden Fall:

  • Weiche Reisetasche oder Seesack
  • Bettwäsche (Bezug, Kissenbezug und Bettlaken)
  • Ölzeug und Gummistiefel (je nach Jahreszeit und Seerevier)
  • Bordschuhe (können gern auch Turnschuhe sein, auf jeden Fall mit hellen Sohlen), die (See-)Wasser vertragen.
  • Kopfbedeckung
  • Sonnenschutzmittel (mit hohem Lichtschutzfaktor, denn Wasser reflektiert die Sonnenstrahlen um ein Vielfaches und dies auch bei bedecktem Wetter!)
  • Sonnenbrille
  • Sicherungsband für die Brille
  • Handtücher
  • 1 Geschirrtuch
  • Persönliche Medikamente
  • Persönliche Lebensmittel

Für die Kleidung ist allgemein zu sagen, dass du lieber einige wenige Stücke, die vielseitig verwendbar sind, einpacken solltest als zu viel Spezielles. Um sowohl für kühle als auch warme Stunden angemessen gekleidet zu sein, solltest du deine Kleidung nach dem "Zwiebelprinzip" auswählen, also Kleidungsstücke, die man übereinanderziehen kann, um für die zu erwartenden Temperaturschwankungen gerüstet zu sein. Viele einzelne Schichten halten erfahrungsgemäß besser warm als eine dicke Hülle.

All die ganzen schweren Lehrbücher übers Segeln und zur Vorbereitung auf die praktische Prüfung solltest du auch zu Hause lassen. Die Bordbibliothek enthält die Standardlehrbücher für alle Scheine, sowie etliche z.T. viel interessantere Bücher zum Thema, außerdem die üblichen Nachschlagewerke sowie Seekarten u.a.. Ebenso sind einige Spiele und Reisebeschreibungen vorhanden.

Informationen SKS-Praxisprüfung

SKS-Prüfungstörns starten und enden in Greifswald. Es geht von Greifswald aus auf einem kurzen Segelschlag nach Stralsund, dem Prüfungsort. Dort bleiben wir die Woche über sowohl für die Ausbildung als auch für die Prüfung.

Für die Teilnahme an der Praxisprüfung, melde dich bitte rechtzeitig und selbstständig beim Prüfungsausschuss Mecklenburg-Vorpommern an. Informationen zu den erforderlichen Formalitäten und den Prüfungsgebühren erhältst du mit der Törnbestätigung.

Vorraussetzung für die Teilnahme an der Prüfung sind:

  • Sportbootführerschein See
  • 300 auf Seegewässern zurückgelegte Seemeilen


Die auf dem Prüfungstörn zurückgelegten Seemeilen können für die Prüfung angerechnet werden. Wir empfehlen mit einem Nachweis über mindestens 200 sm auf den Prüfungstörn zu gehen.

Die Prüfungskommission des DSV kommt am letzten Törntag an Bord und nimmt die Prüfung ab.

Wir bilden dich auf dem Prüfungstörn entsprechend der Prüfungsordnung des DSV aus. Bei den SKS-Törns werden den Prüfungsanforderungen entsprechend alle Segelmanöver mehrmals, sowie die Manöver unter Maschine von jedem Prüfling gefahren. Darüber hinaus wird die praktische Navigation ausführlich trainiert.

Achtung: Wir werden in der Prüfungstörnwoche ausgiebig den Umgang mit einer Hochseeyacht trainieren. Allerdings können wir dir auf diesem Törn nicht die Grundlagen des Segelns beibringen. Wir setzen bei allen Prüflingen voraus, dass sie vor dem Törn segeln können (zumindest auf einer Jolle), d. h. du kannst eine Wende und eine Halse sicher fahren, kennst die Kurse zum Wind, bist in der Lage, ein Rettungsmanöver (MOB) zu fahren und kannst die wichtigsten Seemannsknoten (Achtknoten, Palstek, Klampenschlag, Webeleinstek)

Unsere Skipper sind erfahrene Segellehrer, kennen in den meisten Fällen die Prüfer und wissen genau, worauf es in der Prüfung ankommt.

Informationen SSS-Praxisprüfung

SSS-Prüfungen sind auf einigen, speziell dafür vorgesehenen Törns ab/an Greifswald möglich. Am ersten Törntag geht es in einem Eingewöhnungssegelschlag nach Stralsund, wo die Woche über die Ausbildung und am Freitag dann die Prüfung stattfindet.

Die Prüfungskommission der Zentralen Verwaltungsstelle (ZVST) für den SSS kommt am letzten Törntag an Bord und nimmt die Prüfung ab. 

Mit der Törnbestätigung erhällst du Informationen über die Prüfungsanmeldung und auch einen Link zum Anmeldeformular beim Prüfungsausschuss. Du bekommst dann vor Törnbeginn von der Zentralen Verwaltungsstelle für den SSS eine Prüfungsbestätigung und eine Rechnung mit der Prüfungsgebühr, die du überweisen musst. Alle Unterlagen müssen einen Monat vor der Prüfung bei der Verwaltungsstelle vorliegen.

Voraussetzungen für die Prüfungsteilnahme sind:

  • Sportbootführerschein See bzw. Sportküstenschifferschein
  • 1000 sm als Wachführer nach dem SBF See oder 700 sm nach dem SKS


Achtung: die Seemeilen auf dem Prüfungstörn können für die Prüfung NICHT angerechnet werden!

Die SSS-Törns werden ausschließlich von Prüfungsteilnehmern belegt! Auf dem Törn findet die ganze Woche über ausführliches Training statt. Dazu gehören nicht nur die Motor- und Segelmanöver, sondern insbesondere auch das Arbeiten am Radargerät, Wetterbeobachtungen und -auswertungen, Erläuterungen zur Schiffssicherheit und Fragen zum Schifffahrtsrecht. Außerdem werden die technische Ausrüstung, wie Wartung und Pflege des Motors, der Stromversorgung und der Wasseranlage erläutert und untersucht.

Unsere Skipper sind erfahrene Segellehrer, kennen in den meisten Fällen die Prüfer und wissen genau, worauf es in der Prüfung ankommt.